Haßberge (Kreis)
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Ex-Kollegen für Arbeit des WEISSEN RINGS informiert und sensibilisiert

Auf Einladung des Dienststellenleiters der PI Ebern, Ersten Polizeihauptkommissar (EPHK) Siegbert Weinkauf, war Helmut Will, Außenstellenleiter des WEISSEN RINGS im Landkreis Haßberge, bei zwei Dienstunterrichten der Polizei in Ebern zu Gast. Damit kam Will an seine ehemalige Dienststelle, bei der er bis zu seiner Pension als Ermittler tätig war.

Polizeichef Siegbert Weinkauf freute sich, mit Will einen pensionierten Kollegen willkommen heißen zu können, der als Verantwortlicher des WEISSEN RINGS im Landkreis Haßberge tätig ist. Weinkauf sagte, dass die Polizei Menschen, die Opfer von Straftaten wurden und bei der Polizei Anzeige erstatten, auf Hilfsmöglichkeiten durch den WEISSEN RING oder andere Hilfsorganisationen aufmerksam machen müsse. So gesehen freue er sich, mit Helmut Will beim WEISSEN RING einen Ansprechpartner zu haben. Will seinerseits dankte dem Dienststellenleiter und seinem Vertreter, Polizeihauptkommissar (PHK) Detlef Hauck, für die Einladung zu den Dienstunterrichten. „Es freut mich, wenn auch in anderer Mission als früher, wieder einmal bei meiner ehemaligen Dienststelle zu sein“, sagte Will. Gerne stelle er den WEISSEN RING vor, um Einblick in dessen Strukturen und Hilfsmöglichkeiten für Opfer von Straf- und Gewalttaten zu geben. „Ziel meines Vortrages soll auch sein, euch im Umgang mit Opfern bei der Sachbearbeitung zu sensibilisieren. Ich möchte euren Blick auf die Opfer richten und darlegen, wie diese sich unter Umständen fühlen, wenn sie Anzeige erstatten. Für viele ist der Gang zur Polizei nicht leicht, um dort auszusagen was man erleben musste, gerade wenn es den Bereich sexueller Straftaten oder auch häuslicher Gewalt betrifft. Das weiß ich aus vielen Gesprächen mit Opfern, die zum WEISSEN RING gekommen sind“, sagte Will. Er berichtete auch von einem Gespräch beim Polizeipräsidenten von Unterfranken, Gerhard Kallert, bei der er und weitere Vertreter des WEISSEN RINGS anwesend waren. „Herrn Kallert liegt viel daran, dass die Polizei mit dem WEISSEN RING und anderen Institutionen die Opferarbeit leisten, vertrauensvoll zusammen arbeitet“, fasste Will das Gespräch zusammen.

Helmut Will (re.) mit einem Teil von Bediensteten - Stv. Leiter der PI Ebern, PHK Detlef Hauck (4. v. li.) - Dienststellenleiter, EPHK Siegbert Weinkauf (5. v. li.).

Will erläuterte, warum der WEISSE RING vor mehr als 40 Jahren gegründet wurde. „Eduard Zimmermann (Aktenzeichen XY-ungelöst) und einige Honoratioren haben erkannt, dass Opfern zu wenig Beistand geleistet wird. Der WEISSE RING ist die größte und einzige Opferhilfsorganisation, die bundesweit in 420 Außenstellen mit mehr als 3000 ehrenamtlichen Opferhelferinnen und Opferhelfern arbeitet“, sagte er. Im Vordergrund stehe die persönliche Betreuung, das Zuhören und mit den Opfern gemeinsam Wege zu finden, damit sie möglichst bald wieder ein selbstbestimmtes Leben führen können. Aber auch finanziell könne der WEISSE RING in tatbedingten finanziellen Notlagen helfen, z.B. Beratungsschecks für die anwaltliche Erstberatung bei Anwälten oder Therapeuten ausgeben, wenn eine entsprechende Bedürftigkeit beim Opfer gegeben ist. Nach seinen Worten würden im Landkreis Haßberge im Durchschnitt um die 20 bis 25 Opferfälle im Jahr anfallen. Der Außenstellenleiter erklärte auch, was Voraussetzung ist, um für den WEISSEN RING ehrenamtlich tätig werden zu können. An seine Kolleginnen und Kollegen gerichtet sagte Will, dass sie bei der Sachbearbeitung auch die Opfersituation im Hinterkopf haben sollten, um entsprechende Hilfen oder Ratschläge anzubieten oder zu vermitteln. „Man kann den Opfern das entsprechende Merkblatt über den Tisch schieben, aber damit ist Menschen, die sich in einer psychischen Ausnahmesituation befinden nicht immer geholfen. Ich würde es begrüßen, wenn ihr mit Opfern auch einige persönliche Worte wechseln würdet und in Absprache mit ihnen einen Kontakt mit den WEISSERN RING oder einer anderer Hilfsorganisation machen könntet“, schloss der Referent.

EPHK Siegbert Weinkauf gestand, dass auch er einiges über Hilfsmöglichkeiten des WEISSEN RINGS hörte, die ihm so noch nicht geläufig waren und dankte Helmut Will für dessen Ausführungen. An seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter richtete der Inspektionsleiter die Bitte, das Gehörte in ihre künftigen Fälle bei der Sachbehandlung von entsprechenden Fällen zu berücksichtigen.
Fotos: PI Ebern